Kommunikationsprobleme 
in der Beziehung
Wenn reden nicht mehr zum Verstehen führt

Kommunikationsprobleme in der Beziehung 

Manchmal beginnt es mit einem ganz einfachen Satz.

 

„Kannst du dich bitte darum kümmern?“

Eigentlich ist damit nur eine Bitte gemeint. Beim anderen kommt jedoch etwas ganz anderes an. Vielleicht hört er: „Du kümmerst dich sowieso nie um etwas.“ Oder: „Schon wieder habe ich etwas falsch gemacht.“

Also folgt eine Rechtfertigung.

„Ich mache doch schon genug.“

Darauf kommt die Antwort:

„Das habe ich doch überhaupt nicht gesagt.“

Und plötzlich geht es nicht mehr um das, worum es ursprünglich ging. Aus einer einfachen Bitte wird ein Streit über Verantwortung, Anerkennung, Verlässlichkeit oder darüber, wer in dieser Beziehung eigentlich mehr leistet.

Beide gehen irgendwann auseinander und bleiben mit demselben Gefühl zurück: „Er oder sie versteht mich einfach nicht.“

Wenn solche Situationen häufiger vorkommen, sprechen viele Paare von Kommunikationsproblemen. Sie haben durchaus versucht, miteinander zu reden. Oft sogar sehr viel. Trotzdem gelingt es ihnen immer weniger, sich wirklich zu erreichen.

Das Problem ist deshalb nicht immer, dass zu wenig gesprochen wird.

Manchmal wird viel gesprochen und trotzdem wenig verstanden.

Warum verstehen wir uns plötzlich nicht mehr?

 

In meiner Arbeit mit Paaren erlebe ich immer wieder, dass beide eigentlich etwas sehr Ähnliches wollen. Sie möchten gesehen, verstanden und ernst genommen werden. Sie möchten sich auf den Menschen an ihrer Seite verlassen können und das Gefühl haben, in dieser Beziehung wichtig zu sein.

Trotzdem entsteht im Gespräch etwas völlig anderes.

Das liegt unter anderem daran, dass Kommunikation weit mehr ist als das Austauschen von Worten.

Wenn ich etwas sage, verbinde ich damit eine bestimmte Absicht. Mein Partner hört diesen Satz jedoch mit seinen eigenen Erfahrungen, Erwartungen und Empfindungen. Ein Satz, der für mich völlig harmlos klingt, kann beim anderen etwas berühren, von dem ich vielleicht gar nichts weiß.

Deshalb interessiert mich in der Paarberatung nicht nur die Frage:

„Was wurde gesagt?“

Mindestens genauso wichtig ist:

„Was ist beim anderen angekommen?“

Und dann kommt eine dritte Frage hinzu:

„Warum ist genau das angekommen?“

An dieser Stelle beginnt häufig das eigentliche Verstehen.

Wenn aus einer Bitte ein Vorwurf wird.

 

Stellen wir uns ein Paar vor, bei dem sich eine Person seit längerer Zeit mit dem Familienalltag überlastet fühlt.

Sie sagt:

„Ich hätte mir gewünscht, dass du heute früher nach Hause kommst.“

Gemeint sein könnte:

„Ich bin erschöpft und hätte deine Unterstützung gebraucht.“

Beim Partner kommt aber vielleicht an:

„Egal was ich mache, es ist nie genug.“

Er beginnt sich zu verteidigen:

„Was soll ich denn noch alles machen? Ich kann doch nicht einfach bei der Arbeit gehen.“

Nun hört wiederum die Partnerin nicht seine Überforderung. Bei ihr kommt an:

„Meine Belastung interessiert dich nicht.“

Also wird sie deutlicher.

Je deutlicher sie wird, desto stärker fühlt er sich angegriffen. Je stärker er sich angegriffen fühlt, desto mehr rechtfertigt er sich oder zieht sich zurück.

Und je mehr er sich zurückzieht, desto stärker fühlt sie sich allein gelassen.

Beide reagieren irgendwann nicht mehr auf das, was der andere eigentlich sagen wollte. Sie reagieren auf das, was seine Worte und sein Verhalten in ihnen ausgelöst haben.

Genau daraus können Kommunikationsmuster entstehen, die sich über Monate oder Jahre verfestigen.

Ein besonders häufiges Muster in Beziehungen ist das Zusammenspiel von Gesprächssuche und Rückzug.

Ein Partner möchte einen Konflikt möglichst sofort klären. Er möchte sprechen, verstehen und eine Lösung finden.

Der andere braucht zunächst Abstand. Vielleicht muss er seine Gedanken sortieren. Vielleicht erlebt er intensive Gespräche schnell als Überforderung. Vielleicht hat er gelernt, dass Rückzug die sicherste Möglichkeit ist, einem Konflikt zu entkommen.

Für sich betrachtet können beide Reaktionen nachvollziehbar sein.

Schwierig wird es durch ihre gegenseitige Wirkung.

Je stärker einer das Gespräch sucht, desto mehr Druck empfindet möglicherweise der andere. Je stärker dieser sich zurückzieht, desto größer wird wiederum beim ersten Partner das Bedürfnis nach Klärung.

Aus „Wir müssen darüber reden“ wird irgendwann „Warum läufst du immer weg?“

Und aus „Ich brauche einen Moment“ wird „Lass mich endlich in Ruhe.“

Beide schützen damit etwas in sich selbst und verletzen gleichzeitig den anderen.

Das ist einer der Gründe, weshalb es bei Kommunikationsproblemen häufig nicht ausreicht, einem Paar lediglich andere Formulierungen beizubringen.

Wir müssen verstehen, was hinter dem Verhalten geschieht.

 

Mehr dazu: Wenn ein Partner reden will und der andere sich zurückzieht“

Kommunikation beginnt nicht erst beim Sprechen.

 

Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte in eine Beziehung mit.

Wir haben Erfahrungen damit gemacht, wie Konflikte ausgetragen werden, wie mit Gefühlen umgegangen wird, wie Nähe entsteht und was geschieht, wenn wir Fehler machen.

Manche Menschen haben gelernt, Konflikte sofort anzusprechen. Andere haben erfahren, dass es besser ist zu schweigen. Manche versuchen, Harmonie herzustellen. Andere gehen in Konfrontation. Wieder andere ziehen sich zurück, wenn eine Situation emotional wird.

Solche Verhaltensweisen entstehen nicht unbedingt erst in der aktuellen Beziehung.

Sie können wesentlich älter sein.

Das bedeutet nicht, dass wir bei jedem Streit unsere gesamte Kindheit untersuchen müssen. Es bedeutet aber, dass eine Reaktion manchmal eine Vorgeschichte besitzt.

Wenn eine kleine Bemerkung eine überraschend große emotionale Reaktion auslöst, lohnt sich deshalb die Frage, ob es wirklich nur um diesen einen Satz geht.

Wenn der heutige Streit eine ältere Geschichte berührt.

 

Ein Partner kommt zu spät und hat nicht Bescheid gesagt.

Der andere reagiert ausgesprochen heftig.

Oberflächlich betrachtet geht es um eine Nachricht, die nicht geschrieben wurde.

Darunter kann jedoch eine ganz andere Frage liegen:

„Kann ich mich auf dich verlassen?“

Vielleicht sogar:

„Bin ich dir wichtig genug, dass du an mich denkst?“

Wenn es in der Beziehung bereits Situationen gab, in denen Verlässlichkeit oder Vertrauen verletzt wurden, bekommt die vergessene Nachricht eine völlig andere Bedeutung.

Der aktuelle Anlass wird dann zum Auslöser für etwas, das schon länger vorhanden ist.

In meiner Arbeit spreche ich in diesem Zusammenhang auch von Stellvertreterkonflikten. Der Streit findet im Heute statt, seine emotionale Kraft kann jedoch aus einem anderen Zusammenhang kommen.

Solange ein Paar ausschließlich über den sichtbaren Anlass diskutiert, wird es deshalb manchmal keine befriedigende Lösung finden.

Man kann sich darauf einigen, künftig eine Nachricht zu schreiben.

Wenn die darunterliegende Verletzung aber nicht verstanden und geklärt wird, sucht sie sich möglicherweise einen neuen Anlass.

Warum Kommunikationsregeln trotzdem wichtig sind.

 

All das bedeutet nicht, dass die Art des Sprechens unwichtig wäre.

Im Gegenteil.

Ein Gespräch braucht einen Rahmen, in dem beide Menschen die Möglichkeit haben, gehört zu werden.

Dazu gehört für mich zunächst eine wertschätzende Haltung. Der andere ist nicht mein Gegner, auch wenn ich sein Verhalten gerade schwierig finde.

Ebenso wichtig sind Zuhören und Ausredenlassen.

Das klingt selbstverständlich. Im Konflikt ist es das häufig nicht.

Wer sich verletzt oder angegriffen fühlt, hört manchmal nicht mehr zu, um den anderen zu verstehen. Er hört zu, um auf dessen Argument reagieren zu können.

Dann entstehen zwei parallele Gespräche.

Beide sprechen, aber keiner fühlt sich gehört.

Hilfreich ist deshalb, zunächst die eigene Wahrnehmung zu beschreiben. Danach kann ich benennen, welche Wirkung das Erlebte auf mich hat und was ich mir wünsche.

Nicht:

„Du interessierst dich überhaupt nicht mehr für mich.“

Sondern beispielsweise:

„Mir fällt auf, dass wir abends kaum noch miteinander sprechen. Ich merke, dass mich das traurig macht und ich mich zunehmend allein fühle. Ich wünsche mir wieder mehr Zeit, in der wir wirklich miteinander im Kontakt sind.“

Das garantiert nicht, dass der andere sofort zustimmt.

Aber es verändert die Ausgangslage des Gesprächs.

Verstehen bedeutet nicht zustimmen.

 

Dieser Unterschied ist mir in der Paarberatung besonders wichtig.

Wenn ich meinen Partner verstehe, muss ich deshalb nicht automatisch seiner Meinung sein.

Ich kann verstehen, dass er nach einem langen Arbeitstag Ruhe braucht und mir trotzdem mehr gemeinsame Zeit wünschen.

Ich kann verstehen, dass meine Partnerin sich durch eine Situation verletzt fühlt, obwohl ich sie nicht verletzen wollte.

Ich kann verstehen, dass mein Partner eine Situation anders wahrgenommen hat, ohne meine eigene Wahrnehmung aufzugeben.

Genau hier geraten Paare häufig in eine Falle.

Sie versuchen herauszufinden, wessen Wahrnehmung richtig ist.

Aber zwei Menschen können dieselbe Situation unterschiedlich erleben.

Für eine Beziehung ist deshalb häufig nicht entscheidend, welche Version gewinnt. Entscheidend ist zunächst, ob beide Wirklichkeiten nebeneinander bestehen dürfen.

Erst dann kann man nach einer gemeinsamen Lösung suchen.

Wenn Sachthemen und Beziehungsthemen vermischt werden.

 

Ein weiterer Grund für schwierige Kommunikation liegt darin, dass Paare unterschiedliche Ebenen miteinander vermischen.

Es gibt Dinge, die müssen sachlich geregelt werden.

Wer holt die Kinder ab?

Wer erledigt den Einkauf?

Wann fahren wir zu den Eltern?

Wie verteilen wir bestimmte Aufgaben?

Und es gibt emotionale Beziehungsthemen.

Fühle ich mich gesehen?

Fühle ich mich wertgeschätzt?

Erlebe ich uns noch als Paar?

Kann ich mich auf dich verlassen?

Fühle ich mich mit dir verbunden?

Problematisch wird es, wenn ein emotionales Thema über eine Sachfrage ausgetragen wird.

Dann geht es scheinbar darum, wer den Geschirrspüler ausräumt. Tatsächlich geht es vielleicht um die Frage:

„Siehst du eigentlich, was ich jeden Tag für unsere Familie tue?“

Über den Geschirrspüler lässt sich eine Vereinbarung treffen.

Das Bedürfnis nach Anerkennung braucht jedoch etwas anderes.

Deshalb ist es sinnvoll, zunächst herauszufinden, auf welcher Ebene ein Konflikt eigentlich stattfindet.

Was Sie selbst ausprobieren können.

 

Wenn Sie merken, dass ein Gespräch gerade wieder in das bekannte Muster gerät, müssen Sie es nicht um jeden Preis fortsetzen.

Manchmal ist der hilfreichste Moment derjenige, in dem einer von beiden erkennt:

„Wir verlieren gerade unser eigentliches Thema.“

Dann kann es sinnvoll sein, das Gespräch zu unterbrechen und später wieder aufzunehmen. Eine Pause sollte allerdings nicht dazu dienen, einem Konflikt dauerhaft auszuweichen. Sie sollte ermöglichen, wieder in einen Zustand zu kommen, in dem ein Gespräch überhaupt möglich ist.

Versuchen Sie anschließend, bei einem Thema zu bleiben.

Beschreiben Sie zunächst, was Sie wahrgenommen haben, bevor Sie interpretieren, warum der andere etwas getan hat.

Sprechen Sie darüber, was das Verhalten bei Ihnen ausgelöst hat.

Und formulieren Sie möglichst konkret, was Sie sich wünschen.

Vor allem aber: Versuchen Sie herauszufinden, ob Sie Ihren Partner richtig verstanden haben.

Ein einfacher Satz kann dabei erstaunlich hilfreich sein:

„Habe ich richtig verstanden, dass ...?“

Damit entsteht etwas, das in festgefahrenen Gesprächen häufig verloren gegangen ist: echtes Interesse an der Perspektive des anderen.

Wann ist Paarberatung bei Kommunikationsproblemen sinnvoll?

 

Nicht jedes schwierige Gespräch braucht professionelle Unterstützung.

Wenn Paare jedoch merken, dass sie trotz vieler Versuche immer wieder in denselben Kreislauf geraten, kann ein neutraler Blick von außen hilfreich sein.

Das gilt besonders dann, wenn Gespräche regelmäßig eskalieren, einer von beiden zunehmend schweigt oder sich zurückzieht, alte Verletzungen immer wieder in neue Auseinandersetzungen hineinwirken oder beide bereits vor einem Gespräch Angst haben, weil sie wissen, wie es wahrscheinlich enden wird.

Auch zunehmende emotionale Distanz kann ein Signal sein.

Paarberatung bedeutet dabei nicht, dass jemand entscheidet, wer recht hat.

In meiner Arbeit geht es zunächst darum, die Dynamik zwischen beiden Partnern sichtbar zu machen.

Was geschieht zwischen Ihnen?

An welcher Stelle kippt das Gespräch?

Welche Wirkung hat das Verhalten des einen auf den anderen?

Welche Verletzungen werden dabei möglicherweise berührt?

Und was braucht es, damit beide wieder miteinander sprechen können, ohne sofort in die bekannten Schutzreaktionen zurückzufallen?

Manchmal verändert sich bereits viel, wenn ein Paar zum ersten Mal versteht, dass nicht der andere allein „das Problem“ ist, sondern dass beide miteinander einen Kreislauf erzeugen, den keiner von ihnen eigentlich möchte.

Paarberatung bei Kommunikationsproblemen in Wittmund und Ostfriesland.

 

Ich begleite Paare in meiner Praxis in Wittmund sowie online, wenn Gespräche immer wieder im Streit enden, Rückzug und Sprachlosigkeit entstanden sind oder beide das Gefühl haben, einander nicht mehr wirklich zu erreichen.

Dabei geht es mir nicht darum, Ihnen vorzugeben, wie eine Beziehung zu funktionieren hat.

Wir schauen gemeinsam darauf, was zwischen Ihnen geschieht, welche Ursachen hinter wiederkehrenden Konflikten liegen können und was beide Partner benötigen, um wieder handlungsfähig zu werden.

Meine Arbeit verbindet systemische Beratung, strukturierte Gesprächsführung und Mediation. Dabei bekommen beide Perspektiven Raum. Ich arbeite neutral und allparteilich.

Das Ziel ist nicht, einen Gewinner eines Konflikts zu finden.

Das Ziel ist, wieder verstehen zu können, worüber Sie eigentlich miteinander sprechen müssen.

FAQ zu Kommunikationsproblemen in der Beziehung.

Warum können wir nicht mehr miteinander reden?

 

Häufig liegt es nicht daran, dass Paare grundsätzlich nicht miteinander reden können. Im Laufe wiederkehrender Konflikte entstehen Erwartungen darüber, wie ein Gespräch wahrscheinlich verlaufen wird. Ein Satz wird dadurch schneller als Kritik, Ablehnung oder Angriff wahrgenommen. Beide reagieren zunehmend auf das bekannte Muster statt auf das aktuelle Gespräch.

 

Warum versteht mein Partner alles als Angriff?

 

Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Manchmal spielt die Formulierung eine Rolle. Manchmal bestehen bereits Verletzungen oder Erfahrungen, durch die bestimmte Aussagen schneller als Kritik wahrgenommen werden. Entscheidend ist deshalb nicht nur, was gesagt wurde, sondern auch, welche Bedeutung eine Aussage für den anderen bekommen hat.

 

Was kann ich tun, wenn mein Partner bei Konflikten schweigt?

 

Schweigen und Rückzug können unterschiedliche Funktionen haben. Sie können Ausdruck von Überforderung, Selbstschutz, Angst vor Eskalation oder auch Konfliktvermeidung sein. Mehr Druck führt deshalb nicht zwangsläufig zu mehr Gesprächsbereitschaft. Zunächst sollte verstanden werden, weshalb der Rückzug entsteht und unter welchen Bedingungen ein Gespräch für beide möglich wird.

 

Warum streiten wir immer wieder über dieselben Dinge?

 

Häufig wurde der sichtbare Anlass besprochen, nicht aber der Konflikt darunter. Hinter wiederkehrenden Auseinandersetzungen können beispielsweise unterschiedliche Bedürfnisse, enttäuschte Erwartungen, fehlende Anerkennung, Vertrauensverletzungen oder alte ungelöste Konflikte stehen. Solange diese Ebene nicht erreicht wird, kann sich derselbe Konflikt an unterschiedlichen Alltagssituationen immer wieder entzünden.

 

Helfen Ich Botschaften bei Kommunikationsproblemen?

 

Sie können hilfreich sein, weil die eigene Wahrnehmung und Wirkung beschrieben wird, anstatt den Partner unmittelbar zu bewerten. Sie sind jedoch kein Allheilmittel. Wenn tieferliegende Verletzungen oder festgefahrene Konfliktmuster vorhanden sind, reicht eine andere Formulierung allein häufig nicht aus.

 

Kann Paarberatung helfen, wenn nur einer reden möchte?

 

Das hängt von der konkreten Situation ab. Ein gemeinsamer Prozess braucht grundsätzlich eine gewisse Bereitschaft beider Partner. Diese Bereitschaft muss aber nicht bedeuten, dass beide bereits dasselbe Ziel haben. Auch unterschiedliche Wünsche, Zweifel oder Unsicherheit dürfen zunächst Teil der Beratung sein.

 

Ist eine schlechte Kommunikation ein Zeichen dafür, dass die Beziehung gescheitert ist?

 

Nein. Kommunikationsprobleme können ein ernstes Warnsignal sein, bedeuten aber nicht automatisch das Ende einer Beziehung. Entscheidend ist unter anderem, ob noch Bereitschaft besteht, die gegenseitige Wirkung zu verstehen und Verantwortung für den eigenen Anteil an der Dynamik zu übernehmen.

 

Wann sollten wir uns Unterstützung holen?

 

Spätestens dann, wenn Sie feststellen, dass Sie allein immer wieder an derselben Stelle landen. Sie müssen jedoch nicht warten, bis aus Kommunikationsproblemen tiefe Verletzungen oder Trennungsgedanken geworden sind. Je früher ein wiederkehrendes Muster erkannt wird, desto eher kann daran gearbeitet werden.

Vielleicht müssen Sie nicht mehr miteinander reden, sondern anders miteinander verstehen.

Kommunikationsprobleme entstehen selten von einem Tag auf den anderen.

 

Meist entwickelt sich schrittweise ein Kreislauf. Ein Satz löst eine Reaktion aus. Diese Reaktion erzeugt beim anderen wiederum eine Wirkung. Daraus folgt die nächste Reaktion.

Irgendwann wissen beide bereits vor einem Gespräch, wie es wahrscheinlich enden wird.

Genau dort lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Nicht nur auf die Worte.

Sondern auf das, was zwischen zwei Menschen geschieht.

Denn hinter einem Vorwurf kann der Wunsch stehen, endlich gesehen zu werden. Hinter einem Rückzug kann Überforderung liegen. Hinter Wut kann eine Verletzung stehen und hinter einer scheinbaren Kleinigkeit manchmal eine Frage, die für eine Beziehung von großer Bedeutung ist:

„Bin ich dir wichtig?“

Wenn es gelingt, diese Ebene wieder miteinander zu erreichen, verändert sich Kommunikation.

Nicht weil plötzlich immer die richtigen Worte gefunden werden.

Sondern weil beide wieder beginnen zu verstehen, was der andere eigentlich sagen möchte.

Wenn Sie sich in diesen Situationen wiedererkennen und feststellen, dass Sie als Paar allein nicht mehr aus Ihrem Gesprächsmuster herausfinden, können wir in einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch gemeinsam auf Ihre Situation schauen.

 

Stephan Schulz
SystemEmpowerer
Systemischer Coach und Mediator
Paarberatung, Coaching & Mediation in Wittmund, Ostfriesland und online

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